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Westerwälder Kräutergeschichten – Folge 3

Viel besser als sein Ruf – der Giersch

Kommt die Rede auf den Giersch, so fangen viele Hobbygärtner an zu stöhnen. Diejenigen, die ihn ungewollt im Garten haben, wissen um seine äußerst vitalen Wuchskräfte, die sich im Garten mehr oder weniger stark entfalten. Ist er einmal da, wird man ihn nur sehr selten wieder los. Seine bis zu 50 cm langen Wurzelausläufer verleihen ihm Beständigkeit, die dem  Gärtner Falten auf die Stirn treibt. Dabei ist er durchaus hübsch anzusehen. Sein frisches Grün im Frühling, das Richtung Sommer dann auch weiße luftige Blütenschirme entwickelt. Er liebt eher die feuchten, schattigen Bereiche und bevölkert dann durchaus größere Bereiche. Vielleicht sollten Gartenbesitzer einfach ihre Einstellung zu dem jungen Wilden ändern und seine großen Stärken in Küche und Volksheilkunde betrachten. Ganz der Devise: nicht ärgern, sondern einfach gnadenlos wegessen!

Teil einer großen Familie

Der Giersch hat Kraft und zeigt seine Vitalität im Garten ebenso wie in seiner Verwendung. Im Frühling sind seine jungen Blätter noch weich und erinnern in ihrem Geschmack an eine Mischung aus Möhre und Petersilie. Schließlich ist er auch mit den beiden verwandt, gehören sie doch alle zur großen Familie der Doldenblütler. Wie in jeder Familie gibt es auch hier einige sogenannte „schwarze Schafe“, die niemals in einen Kräutersammelkorb geraten dürfen. Der gefleckte Schierling, der Wasserschierling  und die Hundspetersilie sind äußerst giftig. Genaues Erkennen ist daher erstes Gebot bei Wildkräutersammlungen und gerade die vielen wilden Doldenblütler, wozu auch die wilde Möhre oder der Wiesenkerbel, der Wiesenbärenklau und die Engelwurz gehören, sind selbst für erfahrene Kräutersammler manchmal erst nach genauem Blick im jungen Stadium zu unterscheiden.

Gegen Zipperlein und für die Frühjahrskur

Der Giersch gehört in seiner Familie zu den echten „Powerfood“- Gewächsen, denn seine Inhaltsstoffe haben es in sich. Er ist reich an Eisen, Vitamin A und Magnesium und wird in der Volksheilkunde auch seit langer Zeit bei Gicht eingesetzt. Er soll harnsäurelösend, entwässernd und entzündungshemmend wirken und ist daher auch als Gichtkraut oder Zipperleinskraut im Volksmund bekannt.

Der Wilde Küche-Allrounder

In der Küche ist er aufgrund seines Aromas vielfältig einsetzbar. Er passt wunderbar in grüne Smoothies, wo er viel Chlorophyll und weitere Vitalstoffe spendet, bringt aber auch in Wildkräuterpestos und Salaten sein Aroma zum Ausdruck. Als Wildgemüse, ähnlich wie Spinat verwandt oder auch in Backwaren wie dem Giersch-Focaccia-Brot schmeckt er würzig-grün.

Um das Brot zu backen, werden lediglich wenige Zutaten benötigt. Es ist schnell und unkompliziert zubereitet und schmeckt richtig lecker. Für eine größere Teigmenge von zwei Broten werden 800 g Weizenmehl und 24 g Salz miteinander vermischt. 1 Würfel frische Hefe zerbröckeln und mit etwas Zucker und 100 ml lauwarmem Wasser anrühren und zum Mehl geben. Einfach in die Mitte des Mehls gießen und langsam mit etwas Mehl zu einem Vorteig verrühren. Während dieser geht, werden gut zwei Hände voll Giersch und ½ Bund Petersilie klein geschnitten. Die Menge abwiegen und dann bis auf 420 ml Menge mit Wasser auffüllen. Wasser mit Kräutern intensiv durchmixen bis eine schöne, grüne und  homogene Masse entstanden ist. Zusammen mit 100 ml Olivenöl zum Mehl geben und einen geschmeidigen Teig kneten. An einem warmen Platz abgedeckt etwas ruhen lassen und dann in einer gefetteten Form (z.B. Kastenform oder Quadrat) bei 180°C vorgeheiztem Ofen rund 30 Minuten backen. Am besten danach Holzstäbchenprobe machen, ob der Teig gar ist. Auskühlen lassen, stürzen und genießen!

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