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Westerwälder Kräutergeschichten – Folge 1

Bald ist Walpurgis – Mit Gundermann Westerwälder Hexen erkennen

Der Gundermann (Glechoma hederaceum) ist ein alt bekanntes Heilkraut, das an vielen Stellen im Westerwald, in Gärten und in freier Natur wächst. Bereits bei unseren germanischen und keltischen Vorfahren stand die kriechende und mitunter auch rankende Pflanze in hohem Ansehen, wurden ihr doch Schutzkräfte vor allerlei Bösem zugeschrieben. Hildegard von Bingen lobte das Kraut für seine gesunden Eigenschaften und in der Volksheilkunde werden bis heute seine zahlreichen positiven Wirkungen geschätzt. Als sogenanntes „Gundkraut“ zeigt es schon von seinem Namen her den Einsatz an. Mit „Gund“ wurde vor langer Zeit der Eiter bezeichnet. Es sollte also beispielsweise bei eitrigen, entzündlichen Beschwerden und schlecht heilenden Wunden helfen.


Das Kraut gegen Hexen und Bösen Zauber

So alt die Verehrung des eigentlich unscheinbaren Kräutleins ist, so viele Geschichten und Zauber ranken sich um seine Blätter und blauvioletten Blüten. Als Schutzpflanze sollte es vor Hexen und bösen Geistern schützen. Dem germanischen Gott Donar geweiht, wurde es auch gegen Gewitter und Blitzschlag eingesetzt. In der Walpurgisnacht wurden aus der rankenden Gundelrebe, wie sie auch genannt wird, Kränze geflochten, die Schutz aber auch Hellsichtigkeit versprachen. Die Kränze dienten aber auch gegen möglichen Milchzauber. Gab in früheren Zeiten die Kuh wenig oder keine Milch, konnte der böse Zauber einer Hexe dahinter stecken, so glaubte man. Abhilfe schaffen konnte das Abreiben der Euter mit Gundermann oder es wurde die Milch durch den Gundermannkranz gemolken.Vor langer Zeit kam einmal eine Magd auf die Idee, einen Gundermannkranz zu Walpurgis zu flechten und ihn beim Gottesdienst aufzusetzen, um sehen zu können, welche reichen Bäuerinnen wohl eine Hexe wären. Gesagt getan konnte die Magd plötzlich manch wahre Gestalt hinter der bürgerlochen Maske erkennen. Was sie nicht wusste, war die Tatsache, dass auch die Hexen ihr Hilfsmittel, den Gundermannkranz, erkannten. Der Magd soll es hinterher schlecht ergangen sein…

 

Gundermann in der Küche

Der Geschmack von Gundermann in der Küche ist alleine verwandt etwas gewöhnungsbedürftig. Das herb würzige Aroma passt am besten zusammen mit weiteren Kräutern, die gemeinsam verarbeitet werden. Gundermann ergibt mit Giersch, Waldmeister und Minze einen guten Kräutermix um eine Kräuterlimonade anzusetzen.

 

Kräuterlimonade mit Gundermann

Dazu jeweils einige Stängel zusammen zu einem Kräutersträußchen binden und 1 L Apfelsaft damit über Nacht im Kühlschrank  aromatisieren. Am nächsten Tag mit Mineralwasser aufgießen und mit Kräutern und Blüten dekorieren.

Gundermannblättchen in SchokoladeÜberraschend lecker sind auch Gundermannblättchen, die durch flüssige zartbitter Schokolade gezogen werden. Diese anschließend im Kühlschrank ruhen lassen bis die Schokolade fest ist. Zu Desserts oder als Dekoration von Kuchen und Torten einsetzen. Der Geschmack ist ähnlich den bekannten englischen Schokoladen-Minztäfelchen.

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