Kurzbeschreibung

Der Name des 617 Meter hohen Barsteins geht auf eine mittelalterliche Legende zurück.

Detailbeschreibung

Die Legende des Barsteins

Der Name des 617 Meter hohen Barsteins, auch Bartenstein genannt, geht auf eine mittelalterliche Legende zurück. Einst herrschte ein grimmiger Graf über diesen Teil des Westerwaldes und beutete seine Untertanen aus. Ein umherziehender Barde wies den Grafen auf sein unrechtmäßiges Handeln und die Not der armen Bevölkerung hin. Der erzürnte Graf verurteilte den Sänger und kettete ihn an einen Felsen des heutigen Barsteins, damit er elendig verhungere. Gelockt durch seinen Gesang, nährten ihn die Tiere des Waldes und vereitelten den grausamen Plan.

Seine geologische Geschichte ist noch wesentlich älter. Während der Devonzeit vor etwa 400 Millionen Jahren war das Gebiet des heutigen Westerwaldes Teil eines mehrere hundert Kilometer breiten Schelfmeeres, in dem große Mengen mariner Sedimente (u.a. devonische Massenkalke) abgelagert wurden. Diese wurden vor ca. 300 Millionen Jahren in der Karbonzeit während der sogenannten „variskischen“ Gebirgsbildung aufgefaltet und entlang von Störungen gegeneinander verschoben. Dadurch entstanden Sattel- und Muldenstrukturen in den Gesteinsschichten. Im Erdmittelalter wurde das Variskische Gebirge, dessen Reste das heutige Rheinische Schiefergebirge bilden, größtenteils durch Erosion wieder abgetragen. Erst während der Erdneuzeit vor ca. 24 Millionen Jahren bewegte sich die Erdkruste in Teilen des Gebirges erneut und eine intensive vulkanische Aktivität in der Tertiärzeit ließ bis zu 150 Meter mächtige Basaltlavadecken-Stapel entstehe. Sie bilden große Teilbereiche des heutigen Westerwaldes. Zwischen den einzelnen Lavaströmen sind immer wieder Lagen aus vulkanischen Auswurfgesteinen, von feinen Aschen bis zu groben Brockentuffen, zu finden. Die Felsen der heute sichtbaren Kuppe des Barsteins sind die herausgewitterten Reste einer größeren Basaltdecke und mit einem tief in die Erdkruste reichenden Basaltschlot verbunden.

Der GEOPARK Westerwald-Lahn-Taunus

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Text: GEOPARK Westerwald-Lahn-Taunus