Woran denken sie, wenn sie den Namen hören? Etwa an Gemüse, oder vielleicht doch lieber an Heizmaterial? Der Name mutet schon etwas seltsam an, als Bezeichnung einer Wegstrecke, hat aber durchaus historische Bedeutung denn noch heute spricht der Volksmund von der „Kollstrooß“. Bei der mundartlichen Bezeichnung wird es schnell klar, dass es sich eben nicht um Kohl, sondern um Kohlen handelte, die auf diesem Weg transportiert wurden. Auf alten und neueren Landkarten kann man den Verlauf der Strecke nachvollziehen, die von Birnbach, von der ehemaligen Hohen Straße (heutige B 8) kommend, an Wölmersen vorbei, Heupelzen, Ölsen, Birkenbeul,Weißenbrüchen und Pracht berührend schließlich ihr Ziel, die Heinrichshütte bei Hamm erreicht. Seit etwa 1650 wurde hier bereits Holzkohle zur Eisenerzverhüttung bis an die Sieg und weiter ins Siegerland transportiert. Sie entwickelte sich zu einem bedeutenden Wirtschaftsweg. Im Jahr 1775 wird die Zahl der täglich diese Straße passierenden Kohlekarren mit 15 - 20 angegeben. Dabei dürfen sie sich keinen gut befestigten Weg vorstellen, sondern eher einen mehr oder weniger befestigten Feldund Waldweg, der sich besonders zu den kalten und nassen Jahreszeiten in eine zerfurchte, verschlammte Strecke verwandelte, die Mensch und Tier extreme Belastungen abverlangte. So manches Pferdefuhrwerk blieb im Schlamm stecken und gegenseitige Hilfe durch Vorspann soll an der Tagesordnung gewesen sein. Fast 200 Jahre erfüllte sie ihren Dienst als Kohlentransportstrecke bis 1861 die Bahnverbindung Köln (Deutz) – Siegen in Betrieb genommen wurde und damit die Hüttenwerke auf Steinkohle oder Koks zurückgreifen konnten. Heute entdecken wir die Kohlstraße neu als Wanderweg, begeben uns dabei auf verträumte Waldwege, ausgewaschenen Grund und feucht sumpfigen Waldboden. Ziehen Sie ihre Wanderschuhe an und kommen Sie doch einfach mit! Es gibt noch viel zu entdecken entlang der Strecke.